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Interview-Projekt zu Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit

Die Klimakrise fordert Gesellschaften auf unterschiedlichste Weise heraus: Klimaschädliche Verhaltensweisen müssen abgebaut, klimafreundliche gefördert werden. Dieser Transformationsprozess muss möglichst sozial erfolgen, womit sich auf ökonomische Prozesse verändern werden. Eine resiliente Gesellschaft basiert auf der Zusammenarbeit und Vernetzung der unterschiedlichsten Disziplinen. Mit intelligenten Steuerungsansätzen könnten soziotechnische Lösungsansätze schneller weiterentwickelt werden.

Dazu führe ich vom September 2020 bis April 2021 für die “Plattform Lernende Systeme” von Acatech im Auftrag des BMBF explorative Interviews mit Protagonisten aus Wissenschaft, Unternehmen und Zivilgesellschaft, die an den Schnittstellen von IT, Ökonomie und Ökologie arbeiten. Es sind Informatiker, Juristen, Ökonomen, Soziologen und Umweltwissenschaftler, die bereits an einschlägigen Projekten arbeiten. Die Interviews sollen im ersten Halbjahr 2021 im Rahmen einer Broschüre veröffentlicht werden.

Zum Digitalgipfel der Bundesregierung sind bereits vorab folgende vier Interviews online erschienen:

Lynn Kaack erforscht im Rahmen der Forschungsgruppe „Energy Politics Group“ an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich Methoden des maschinellen Lernens für Policy-Analysis. Dabei arbeitet sie an Projekten im Energie-, Verkehrs-, Finanz- und Gebäudesektor. Sie ist Co-Leiterin der internationalen Experten/-innen-Gruppe „Climate Change AI“.

Der Meeresbiologe Philipp Kanstinger befasst sich für den WWF mit der Zertifizierung von Sea Food und wendet für das Monitoring von Fischereiaktivitäten auf hoher See KI-Auswertungsmethoden an.

Die Psychologin Hannah Helmke gründete das Frankfurter Start-up right.based on science, um mit der X-Degree Compatibility (XDC) eine Klima-Kennzahl zu entwickeln, welche die Entkopplung von unternehmerischer Wertschöpfung von der Emissionsintensität misst. Die Kennzahl kann dazu genutzt werden, um in KI-Anwendungen auf die ökonomische Emissionsintensität zu optimieren.

Matthias Gotsch am Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit und Infrastruktursysteme am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI sieht ökologisch orientierte KI-Anwendungen als sinnvolle Ergänzung und Fortentwicklung für diverse Anwendungsfälle im urbanen Raum, wie beispielsweise im individuellen und öffentlichen Personennahverkehr, in der dezentralen Energieversorgung, in der urbanen Landwirtschaft oder in der Abfall- und Recyclingwirtschaft.

Abgeschlossen, aber noch nicht veröffentlicht, sind die Interviews mit:

  • Kai Purnhagen von der Universität Bayreuth über Nudging und effizienteres Regieren,
  • Thomas Liebig von der TU Dortmund über Zusammenhänge zwischen “Grüner KI” und Datenschutz,
  • Ralf Kalmar vom Fraunhofer IESE über Big-Data-Ownership in der Landwirtschaft,
  • Pinar Bilge von der TU Berlin über Kreislaufwirtschaft in der Produktion.
  • Rainer Rehak vom Weizenbaum Institut und FIfF über “Big Tech” und digitale Gemeingüter,
    Ribana Rauscher von der Universität Bonn über Smart Earth Governance

In Vorbereitung sind abschließend weitere Interviews mit

  • Kerstin Fritzsche vom ITZ über Hebel für sozial-ökologische Transformationsprozesse,
  • Janina Nakladal von Celonis über KI-getriebenes Process Mining für Nachhaltigkeit in Unternehmen,
  • Julia Arlinghaus, Fraunhofer IFF und Wissenschaftsrat, über resiliente Lieferketten, instandhaltungsfreie Produktion und “sich selbst heilende” Netzwerke,
  • Philipp Richard, dena, über KI für dezentrale Erneuerbare Energien,
  • Jessica Heesen von der Universität Tübingen über die Frage, was “gemeinwohlorientierte” und “menschenzentrierte” KI für Nachhaltigkeit eigentlich bedeutet.

Aktuelle Artikel von mir zu diesen Themenkomplexen finden sich auf dieser Seite.