{"id":551,"date":"1995-08-12T14:34:45","date_gmt":"1995-08-12T14:34:45","guid":{"rendered":"http:\/\/schulzki-haddouti.de\/?p=551"},"modified":"2011-09-22T20:46:40","modified_gmt":"2011-09-22T20:46:40","slug":"identitat-und-wahrnehmung-bei-ida-von-hahn-hahn-und-ida-pfeiffer-anhand-ihrer-orientberichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schulzki-haddouti.de\/?p=551","title":{"rendered":"Identit\u00e4t und Wahrnehmung bei Ida von Hahn-Hahn und Ida Pfeiffer anhand ihrer Orientberichte"},"content":{"rendered":"<p>Diplom 1995: <a href=\"http:\/\/schulzki-haddouti.de\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/DIPLOM.pdf\">\u201eIdentit\u00e4t und Wahrnehmung bei Ida von Hahn-Hahn und Ida Pfeiffer anhand ihrer Orientberichte\u201c<\/a> (PDF)<\/p>\n<p><em>Eine literatursoziologische Analyse zweiter Orientreise-Berichte aus dem 19. Jahrhundert. <\/em><\/p>\n<p>Im 18. und 19. Jahrhundert begannen immer mehr Europ\u00e4erinnen in ferne L\u00e4nder zu reisen und berichteten davon in ihren vom Publikum neugierig aufgenommenen Reiseberichten. Diese geben Aufschlu\u00df \u00fcber fremde Menschen und ihre Kulturen, aber auch \u00fcber die Selbstwahrnehmung der Reisenden. Dar\u00fcberhinaus stellen sie als literarische und historische Dokumente, die erst seit Anfang der 80er Jahre die wissenschaftliche Aufmerksamkeit erregen, ein wichtiges Zeugnis europ\u00e4ischer und weiblicher Geschichte dar.<\/p>\n<p>Meine Studie richtet ihr Hauptaugenmerk auf die Berichte von Ida Pfeiffer und Ida von Hahn-Hahn \u00fcber ihre Orientreise. Als deutschsprachige Reiseschriftstellerinnen sind sie bisher Gegenstand von marginalen Erw\u00e4hnungen, Aufs\u00e4tzen und Dissertationskapiteln gewesen. In englischsprachigen Lexika oder gr\u00f6\u00dferen Abhandlungen wird unter allen deutschsprachigen Reisenden nur Ida Pfeiffer erw\u00e4hnt als &#8222;first full-time woman traveller of all&#8220;. Pfeiffer war als Reisende weltber\u00fchmt, Ida von Hahn-Hahn hingegen war im deutschsprachigen Raum die damals wohl bekannteste Schriftstellerin. Von ihrer Orientreise schrieb Hahn-Hahn Briefe an Verwandte und Freundinnen, die sie erst nach einem Vorabdruck in den Zeitungen als &#8222;Orientalische Briefe&#8220;  &#8211; vermutlich nach dem Vorbild der &#8222;Letters from the East&#8220; von Lady Mary Wortley Montagu benannt  &#8211; 1844 ver\u00f6ffentlichte. Im selben Jahr entschlo\u00df sich auch Ida Pfeiffer, damals noch ein &#8222;unbeschriebenes Blatt&#8220;, auf &#8222;vieles Zureden meiner Freunde&#8220; ihren ersten, lediglich leicht redigierten, teilweise tagebuchartigen Reisebericht anonym als &#8222;Pilgerfahrt einer Wienerin in das Heilige Land&#8220; zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Hahn-Hahn und Pfeiffer reisten mit wenigen Monaten Abstand in den Jahren 1842\/43, beide nahmen beinahe dieselbe Route, ohne jedoch voneinander zu wissen. Ihre Berichte unterscheiden sich in ihrem Stil und in ihrer zugrundelegenden Wahrnehmung sehr. Beide Frauen stammten aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten: Ida Gr\u00e4fin von Hahn-Hahn aus dem Hochadel Mecklenburgs, Ida Pfeiffer aus dem kaufm\u00e4nnischen B\u00fcrgertum Wiens. Da beide in ihrer Zeit ber\u00fchmt und viel gelesen waren, k\u00f6nnen ihre Berichte durchaus als Zeugnis ihrer Zeit gewertet werden und m\u00fcssen daher im literarischen und zeitgen\u00f6ssischen Kontext betrachtet werden.  <\/p>\n<p>Da beide Frauen offenbar so unterschiedlich sind, stellt sich die Frage nach einem gemeinsamen Nenner. Dieser ist die gemeinsame Herkunftskultur: der christliche Okzident. Deshalb soll in dieser literatur- und kultursoziologischen Untersuchung der Reiseberichte Hahn-Hahns und Pfeiffers die Wahrnehmung des Anderen beispielhaft aufgezeigt werden. Einen aktuellen Rahmen bietet die Beobachtung, da\u00df kulturelle und religi\u00f6se Identit\u00e4ten bei der Entstehung von Konflikten, Kriegen und Migration eine zunehmend gro\u00dfe Rolle spielen. Der R\u00fcckzug auf traditionelle Werte, Normen und Regeln der eigenen Kultur f\u00fchrt zumeist zu scharfen Abgrenzungen gegen\u00fcber anderen Kulturen. Prognosen behaupten, zuk\u00fcnftige fundamentale Konflikte entst\u00fcnden vor allem zwischen dem Westen und den islamischen und konfuzianischen Staaten, d.h. dem Orient. <\/p>\n<p>Deshalb zieht sich die folgende Frage wie ein roter Faden durch die Untersuchung: Wie sehen wir die anderen, was konstituiert unsere Wahrnehmung?  &#8211; Die Frage nach der Wahrnehmung ist auch eine nach Rollenverst\u00e4ndnis und Identit\u00e4t. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diplom 1995: \u201eIdentit\u00e4t und Wahrnehmung bei Ida von Hahn-Hahn und Ida Pfeiffer anhand ihrer Orientberichte\u201c (PDF) Eine literatursoziologische Analyse zweiter Orientreise-Berichte aus dem 19. Jahrhundert. Im 18. und 19. Jahrhundert begannen immer mehr Europ\u00e4erinnen in ferne L\u00e4nder zu reisen und berichteten davon in ihren vom Publikum neugierig aufgenommenen Reiseberichten. 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