{"id":406,"date":"2011-04-24T14:54:07","date_gmt":"2011-04-24T14:54:07","guid":{"rendered":"http:\/\/schulzki-haddouti.de\/?p=406"},"modified":"2011-04-24T17:53:31","modified_gmt":"2011-04-24T17:53:31","slug":"presserat-wikileaks-ist-kein-journalistisch-tatiger-akteur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schulzki-haddouti.de\/?p=406","title":{"rendered":"Presserat: &#8222;Wikileaks ist kein journalistisch-t\u00e4tiger Akteur&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/cb6f9fb19107e95dd626b40b122c58\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/>Der Presserat hat mir per Post nochmal eine ausf\u00fchrliche, 2,5-seitige Begr\u00fcndung zur <a href=\"http:\/\/schulzki-haddouti.de\/?p=398\">Ablehnung<\/a> meiner<a href=\"http:\/\/schulzki-haddouti.de\/?p=215\"> Beschwerde wegen mutma\u00dflich exklusiver Berichterstattung zu Wikileaks<\/a> zukommen lassen. Interessant d\u00fcrften vor allem die folgenden vier Punkte sein:<\/p>\n<p>1. Die Beschwerdegegner, das hei\u00dft die Rechtsabteilung des Spiegels, verweist etwas s\u00fcffisant auf die Ver\u00f6ffentlichung von Stark und Rosenbach zu Wikileaks hin, die meine &#8222;Mutma\u00dfungen und Schlussfolgerungen&#8220; als &#8222;nicht notwendig&#8220; erscheinen lassen. Darin beschrieben die Redakteure, dass u.a. der Chefredakteur des Spiegels darauf gedr\u00e4ngt hatte, die New York Times nicht auszuschlie\u00dfen.\u00a0Dazu ist anzumerken, dass zum Zeitpunkt der Einreichung der Beschwerde das Buch noch nicht ver\u00f6ffentlicht war.<\/p>\n<p>2. Ich wies in der Beschwerde\u00a0ausdr\u00fccklich\u00a0auf den deutschsprachigen Raum hin, in dem zu dem Zeitpunkt der Beschwerde Exklusivit\u00e4t gegeben war. Dazu hei\u00dft es in der Stellungnahme der Spiegel-Rechtsabteilung allgemein, es bestehe&#8220;selbstverst\u00e4ndlich&#8220; keine &#8222;Pflicht&#8220; die Informationen eigenen Wettbewerbern zu \u00fcberlassen. Es wird darauf hingewiesen, dass &#8222;der Arbeits- und Personalaufwand zur sorgf\u00e4ltigen Aufbereitung der Unterlagen&#8220; (&#8230;) nur von einer begenzten Anzahl von Presseunternehmen seri\u00f6s geleistet werden k\u00f6nne&#8220;.<\/p>\n<p>3. \u00a0Der Presserat weist darauf hin, dass sich Nutzer auch bei anderen Medien sowie bei Wikileaks \u00fcber die Depeschen informieren k\u00f6nnen &#8211; diskutiert aber nicht die Problematik der schleppenden Ver\u00f6ffentlichungen. Auch die Rechtsabteilung des Spiegels geht nicht weiter darauf ein, wie weiterhin mit dem Depeschenvorrat umzugehen ist, damit die Aufarbeitung in einem schnelleren Tempo erfolgen kann &#8211; etwa in Form von Kooperationen mit weiteren Medienpartnern. Genau dies hatte ich aber problematisiert, da genau darin die besondere Qualit\u00e4t des Falls besteht.<\/p>\n<p>4. Nach Ansicht des Presserats &#8222;<em>unterliegen die Verantwortlichen der Plattform Wikileaks nicht den berufsethischen Regeln des Pressekodex. Aus Sicht des Presserats handelt es sich bei ihnen nicht um journalistisch-redaktionell t\u00e4tige Akteure<\/em>&#8222;. Von daher h\u00e4tte also auch Wikileaks gar nicht gegen den Pressekodex versto\u00dfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Insbesondere letztere Bemerkung ist interessant. Sie sollte noch in Hinblick auf den Schutz von Informanten, die Plattformen wie Wikileaks nutzen, diskutiert werden. Informantenschutz k\u00f6nnen n\u00e4mlich nur Journalisten gew\u00e4hren &#8211; doch wann sind Journalisten \u00fcberhaupt Journalisten? Wikileaks hat ja durchaus einige Beitr\u00e4ge editiert und kommentiert &#8211; und war insofern redaktionell t\u00e4tig. Ich finde es daher erstaunlich, dass die Beschwerde &#8222;einstimmig&#8220; abgelehnt wurde. Etwas Diskussionsstoff h\u00e4tte es ja durchaus gegeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Presserat hat mir per Post nochmal eine ausf\u00fchrliche, 2,5-seitige Begr\u00fcndung zur Ablehnung meiner Beschwerde wegen mutma\u00dflich exklusiver Berichterstattung zu Wikileaks zukommen lassen. Interessant d\u00fcrften vor allem die folgenden vier Punkte sein: 1. 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