{"id":215,"date":"2010-12-12T07:50:51","date_gmt":"2010-12-12T07:50:51","guid":{"rendered":"http:\/\/schulzki-haddouti.de\/?p=215"},"modified":"2011-02-28T17:55:38","modified_gmt":"2011-02-28T17:55:38","slug":"presserat-beschwerde-in-der-sache-wikileaks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schulzki-haddouti.de\/?p=215","title":{"rendered":"Presserat-Beschwerde in der Sache Wikileaks"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/a21b489e7b586b1484c82a7a2d60c7\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/>Ich habe heute eine Beschwerde beim\u00a0<a href=\"http:\/\/www.presserat.info\/\" target=\"_blank\">Deutschen Presserat<\/a> gegen den \u201cSpiegel\u201d eingereicht. Meiner Ansicht nach versto\u00dfen seine\u00a0<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/thema\/botschaftsberichte_2010\/\" target=\"_blank\">Artikel, die sich auf die von Wikileaks dem Spiegel zur Verf\u00fcgung gestellten 251 287 Depeschen des U.S. State Department beziehen<\/a>,\u00a0gegen die\u00a0<a href=\"http:\/\/www.presserat.info\/inhalt\/der-pressekodex\/pressekodex\/richtlinien-zu-ziffer-1.html\" target=\"_blank\">Richtlinie 1.1 des Presserat-Kodex\u2019<\/a>.<\/p>\n<p>Diese Dokumente wurden seit dem 29.11.2010 t\u00e4glich in einer Auswahl auf der Website von Wikileaks und entsprechend auch auf der Website des Spiegel ver\u00f6ffentlicht. Ver\u00f6ffentlicht wurden bislang in der Regel Dokumente, die von den Redaktionen des \u201cSpiegel\u201d, der \u201cNew York Times\u201d, des \u201cGuardian\u201d, von \u201cEl Pais\u201d und \u201cLe Monde\u201d\u00a0bereits ausgewertet und \u00fcber die diese bereits berichtet hatten. Die besagten Redaktionen erhielten damit f\u00fcr ihren Verbreitungsraum einen exklusiven Zutritt zu den Materialien.<\/p>\n<p>Am 12.12. wurden erst 1 344 Depeschen ver\u00f6ffentlicht. Die Redaktionen werden daher \u2013 das gegenw\u00e4rtige Ver\u00f6ffentlichungstempo vorausgesetzt \u2013 \u00fcber Monate hinweg einen exklusiven Zugang zu dem Hauptteil des Materials haben. Dabei scheinen sie sich, was den zeitlichen Zusammenhang von ver\u00f6ffentlichten Artikeln und ausgesuchten Depeschen anbelangt, abzusprechen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den deutschsprachigen Raum verf\u00fcgt \u201cDer Spiegel\u201d \u00fcber einen exklusiven Zugang zu dem Gesamtpool der Depeschen. Andere Redaktionen und freie Journalisten k\u00f6nnen mangels Zugang die Depeschen nicht nach eigenen Kriterien erschlie\u00dfen und sich kein eigenes Bild verschaffen. \u201cDer Spiegel\u201d ist somit in der Lage \u00fcber einen langen Zeitraum hinweg Agenda-Setting zu betreiben.<\/p>\n<p>Halten die besagten Verlage sich nicht an Abmachungen mit Wikileaks wie Sperrfristen, soll sich dies negativ auf die weitere Kooperation auswirken, wie vielfach berichtet (etwa\u00a0<a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/it-medien\/medien-internet\/:wikileaks-gruender-assange-laesst-new-york-times-auflaufen\/50200574.html\" target=\"_blank\">hier<\/a>) wurde. Insofern ist mindestens von einem m\u00fcndlich vereinbarten Exklusivvertrag auszugehen.<\/p>\n<p>Laut Richtlinie 1.1 des Pressekodex\u2019 darf die \u201cUnterrichtung der \u00d6ffentlichkeit \u00fcber Vorg\u00e4nge oder Ereignisse, die f\u00fcr die Meinungs- und Willensbildung wesentlich sind\u201d, \u201cnicht durch Exklusivvertr\u00e4ge mit den Informanten oder durch deren Abschirmung eingeschr\u00e4nkt oder verhindert werden\u201d. Denn damit schlie\u00dfe derjenige, der \u201cein Informationsmonopol anstrebt\u201d, \u201cdie \u00fcbrige Presse von der Beschaffung von Nachrichten dieser Bedeutung aus und behindert damit die Informationsfreiheit.\u201d<\/p>\n<p>Dies sehe ich im Fall der Kooperation des \u201cSpiegel\u201d mit Wikileaks gegeben.<\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.netzpiloten.de\/2010\/12\/14\/der-offentlichkeit-verpflichtet\/\" target=\"_blank\">Nachtrag vom 14.12.2010:<\/a> <\/em><a href=\"http:\/\/www.netzpiloten.de\/2010\/12\/14\/der-offentlichkeit-verpflichtet\/\" target=\"_blank\"><em>Noch etwas Hintergrund zur Beschwerde bei den Netzpiloten.<\/em><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe heute eine Beschwerde beim Deutschen Presserat gegen den \u201cSpiegel\u201d eingereicht. 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