{"id":1,"date":"2008-01-26T16:19:30","date_gmt":"2008-01-26T16:19:30","guid":{"rendered":"http:\/\/schulzki-haddouti.de\/\/?p=1"},"modified":"2011-02-25T22:57:44","modified_gmt":"2011-02-25T22:57:44","slug":"hallo-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schulzki-haddouti.de\/?p=1","title":{"rendered":"Zukunft Medien: 10 Beobachtungen &#038; 10 Thesen"},"content":{"rendered":"<p>Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein Autor einer Tageszeitung die sich rasant entwickelnde Medienlandschaft beklagt. Dabei w\u00e4re es wichtig, die sich ver\u00e4ndernden infrastrukturellen Bedingungen der Medienlandschaft m\u00f6glichst genau zu benennen. Denn nur das kann die Voraussetzung daf\u00fcr sein, zukunftsf\u00e4hige Medienprodukte zu entwickeln. Aus zehn Beobachtungen ergeben sich zehn Thesen zur Zukunft der Medien.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/06df9102ee8d37d965e907e4f2bf95\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<h1>10 Beobachtungen &amp; 10 Thesen<\/h1>\n<h2>10 Beobachtungen<\/h2>\n<p>Folgende zehn Beobachtungen sind zu nennen. Sie lassen sich teilweise bereits mit Studien belegen, teilweise aber sind es nur Auspr\u00e4gungen der\u00a0 j\u00fcngsten Entwicklungen.*<\/p>\n<ul>\n<li><strong>1. Niedrige Barrieren der Inhalteproduktion und -rezeption<\/strong><\/li>\n<li><strong>2. Medienkompetenz als Voraussetzung f\u00fcr erfolgreiche Teilhabe<\/strong><\/li>\n<li><strong>3. Erosion des Gatekeeping<\/strong><\/li>\n<li><strong>4. Zunehmende Fragmentierung von \u00d6ffentlichkeit <\/strong><\/li>\n<li><strong>5. Neue Chancen mit L\u00fcckenbesetzen und Vernetzen<\/strong><\/li>\n<li><strong>6. Die (Wieder-) Entdeckung authentischer Inhalte<\/strong><\/li>\n<li><strong>7. Die Erweiterung journalistischer Produktionszyklen<\/strong><\/li>\n<li><strong>8. Die Werbung als wackeliges R\u00fcckgrat der professionellen Inhalteproduktion<\/strong><\/li>\n<li><strong>9. Der Klick verliert, der Besucher gewinnt<br \/>\n<\/strong><\/li>\n<li><strong>10. Nutzung der Marke f\u00fcr verwandte Wertsch\u00f6pfungsketten<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beobachtung Nr. 1:\u00a0 Barrieren der Inhalteproduktion und -rezeption sind niedrig<\/h3>\n<p>Beteiligungsbarrieren der Inhalteproduktion in digitalen Medien werden erheblich abgesenkt und gleichzeitig wird das Finden von Inhalten einfacher:<\/p>\n<div class=\"serendipity_entry_extended\">\n<ul>\n<li>Eine Blog-Software beispielsweise ist zun\u00e4chst einfach nur leicht zu bedienende Content-Management-Software (wie sie in den Verlagsh\u00e4usern bislang in ihrer Einfachheit nur selten anzutreffen ist), die keine besonderen Vorkenntnisse verlangt. Sie erm\u00f6glicht Einzelnen und kleinen Gruppen individuell zugeschnittene Inhalteangebote anzubieten. Das gilt nicht nur f\u00fcr die Textproduktion, sondern auch f\u00fcr die Bild-, Audio- und Videoproduktion.<\/li>\n<li>Zunehmend mehr Diensteanbieter erm\u00f6glichen das Ver\u00f6ffentlichen von Inhalten, sei es Texten, Fotos, Videos oder Musik. Damit k\u00f6nnen nicht nur Einzelne, sondern auch Gruppen Inhalte produzieren und ver\u00f6ffentlichen, hinweisen und kommentieren, weiterleiten und tauschen.<\/li>\n<li>Die Inhalteproduktion ist nicht nur einfacher geworden, sie ist nahezu kostenfrei m\u00f6glich.<\/li>\n<li>Ver\u00f6ffentlichte Inhalte k\u00f6nnen \u00fcber Werkzeuge, die die Struktur von Linknetzwerken intelligent auswerten, leichter gefunden werden. Dazu geh\u00f6ren nicht nur Suchmaschinen, sondern auch Tagging-Dienste wie Social-Bookmarking-Dienste.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beobachtung Nr.2:\u00a0 Medienkompetenz ist Voraussetzung f\u00fcr erfolgreiche Teilhabe<\/h3>\n<p>Die haupts\u00e4chliche Vorbedingung f\u00fcr ein nachhaltiges Ver\u00f6ffentlichen im Netz ist ein gewisses Ma\u00df an Medienkompetenz. Sie ist die eigentliche Barriere, die es zu \u00fcberwinden gilt. Sie beinhaltet<\/p>\n<ul>\n<li>die F\u00e4higkeit, sich relativ rasch in den Informationsangeboten bewegen und orientieren zu k\u00f6nnen,<\/li>\n<li>die F\u00e4higkeit, Informationen bewerten zu k\u00f6nnen (m\u00f6glicher Bewertungsma\u00dfstab k\u00f6nnte die journalistische Rechercheregel sein: Wenn zwei, m\u00f6glichst drei von einander unabh\u00e4ngige Quellen dasselbe behaupten, ist es wahrscheinlich, dass die Behauptung zutreffend ist),<\/li>\n<li>ein deutliches Mitteilungsbed\u00fcrfnis bzw. Engagement, gerne auch als &#8222;intrinsisches Interesse&#8220; bezeichnet,<\/li>\n<li>die F\u00e4higkeit, selbst eigenst\u00e4ndige Inhalte produzieren bzw. bestehende Inhalte auf wertsteigernde Weise darstellen zu k\u00f6nnen,<\/li>\n<li>das Wissen um den technischen Umgang mit dem Ver\u00f6ffentlichungswerkzeug,<\/li>\n<li>eine Grundkenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen (z.B. Impressumspflicht, Fragen rund um die Inhalteverantwortlichkeit).<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beobachtung Nr. 3: Das Gatekeeping erodiert<\/h3>\n<ul>\n<li>Das Bereitstellen von Inhalten in digitalen Medien erweitert die Reichweite des einzelnen enorm.<\/li>\n<li>Zu bestimmten Themen sind aus sehr unterschiedlichen Quellen Beitr\u00e4ge unterschiedlichster Qualit\u00e4t zu finden, die sich mit Hilfe von Suchmaschinen und Aggregationsdiensten vergleichen und bewerten lassen. Erleichtert wird dies durch ein gewisses Ma\u00df an Allgemeinbildung, aber auch Skepsis (s. journalistische Rechercheregel).<\/li>\n<li>Der Erosionsprozess beschleunigt sich in dem Ma\u00dfe, in dem Verlage es (aus verschiedenen Gr\u00fcnden) vers\u00e4umen, in die Qualit\u00e4t des eigenen Angebots, genauer: in die eigenen Leute zu investieren.<\/li>\n<li>Ein weiterer Beschleuniger sind Dienste, die Nutzer und Leser dazu bef\u00e4higen, sich auf ihre Interessen ma\u00dfgeschneiderte Angebote zusammenzustellen. Die Stichworte hier: RSS und Aggregation.<\/li>\n<li>Einordnungs- und Bewertungsleistungen von aktuellen Nachrichten werden ebenfalls zunehmend von Aggregationsdiensten wie Google News und Rivva \u00fcber \u00c4hnlichkeitsfunktionen oder Facts 2.0 und Wikio \u00fcber Community-Bewertungen \u00fcbernommen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beobachtung Nr. 4: \u00d6ffentlichkeiten fragmentieren zunehmend<\/h3>\n<ul>\n<li>Der Wettbewerb unter Anbietern von \u00fcberregional relevanten Themen wird h\u00e4rter und zwingt zur Konsolidierung und zur Spezialisierung.<\/li>\n<li>Bei lokalen Themen ist kaum Wettbewerb zu verzeichnen. Unter anderem deshalb verlieren Lokalzeitungen <a href=\"http:\/\/m-und-k.info\/MuK\/hefte\/Aufsatz_07_04.pdf\">nachweislich<\/a> weniger Leser an Internetangebote.<\/li>\n<li>\u00c4hnlich sieht das auch bei Spezial-Themen aus, die ein gewisses Ma\u00df an Expertise beinhalten. Wenn es im Internet jedoch eine gro\u00dfe Auswahl an Quellen f\u00fcr bestimmte Spezial-Themen gibt, d\u00fcften sich auch auf diese Themen spezialisierte Angebote schwer tun.<br \/>\nEin Beispiel hierf\u00fcr ist der Spiele-Bereich: Es gibt nur noch wenige Fachzeitschriften, und auch im Internet nur eine \u00fcberschaubare Anzahl von Websites, die eine professionelle Berichterstattung bzw. systematische Reviews von Games betreiben. Daf\u00fcr gibt es unz\u00e4hlige Fansites und Communities, die sich dieser Aufgabe mit Leidenschaft gewidmet haben.<\/li>\n<li>Konkurrenz zu herk\u00f6mmlichen Medien erw\u00e4chst aus diversen sozialen Netzwerken. Sie k\u00f6nnen immer kleinere Teil\u00f6ffentlichkeiten erschlie\u00dfen, da sie den Informationsaustausch zwischen kleinen Interessensgruppen erm\u00f6glichen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beobachtung Nr. 5: Die Chancen bestehen im L\u00fcckenbesetzen und Vernetzen<\/h3>\n<ul>\n<li>Chancen f\u00fcr den Aufbau neuer Online-Angebote bestehen dort, wo eine Ressourcen-Knappheit herrscht und wo es eine kritische Masse nach Nachfragenden gibt. So punktet etwa <a href=\"http:\/\/stefan-niggemeier.de\/blog\/\">Stefan Niggemeier<\/a> deshalb im Bereich &#8222;Medien&#8220;, weil in den Medien-Ressorts etablierter Angebote kritische Beitr\u00e4ge Seltenheitswert haben. Die s\u00fcdkoreanische B\u00fcrgerjournalismus-Plattform <a href=\"http:\/\/english.ohmynews.com\/\">OhmyNews<\/a> beispielsweise konnte viele Beitragende und Leser gewinnen, weil sie ein Gegengewicht zum konservativen Medienmainstream bot.<\/li>\n<li>Eigener Content wird mit unabh\u00e4ngigem Content erg\u00e4nzt: Die Vernetzung von relevanten unabh\u00e4ngigen Blog-Beitr\u00e4gen mit redaktionellen Inhalten erweitert das Aufmerksamkeitsfeld nicht nur f\u00fcr das Blog, sondern auch f\u00fcr das vernetzende Medium.<\/li>\n<li>Neue Medienkomplexe k\u00f6nnen aus der gezielten Vernetzung voneinander unabh\u00e4ngiger Teil\u00f6ffentlichkeiten entstehen. Ihr Kitt sind die W\u00e4hrung &#8222;Aufmerksamkeit&#8220; und eine koordinierte Werbung. Ein <a href=\"http:\/\/blog.kooptech.de\/index.php?\/archives\/146-Wie-koennen-Verlage-Blogger-angemessen-bezahlen.html\">intelligentes Beispiel hierf\u00fcr ist Glam<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beobachtung Nr. 6: Authentische Inhalte werden neu entdeckt<\/h3>\n<ul>\n<li>Originalit\u00e4t, Authentizit\u00e4t und damit Glaubw\u00fcrdigkeit geh\u00f6ren zu den Tugenden, die traditionelle Medien zu wenig pflegen und so eine Nische f\u00fcr neue Anbieter \u00f6ffnen. <a href=\"http:\/\/basicthinking.de\/\">Robert Basic<\/a> etwa punktet vor allem hinsichtlich Authentizit\u00e4t.<\/li>\n<li>Je unabh\u00e4ngiger das Blog, desto glaubw\u00fcrdiger ist es. <a href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/nachrichten\/nachrichten\/weblogs.html\">Von Verlagsh\u00e4usern bezahlte Blogger<\/a> bzw. <a href=\"http:\/\/blog.handelsblatt.de\/indiskretion\/\">bloggende Redakteure<\/a> k\u00f6nnen daher nur Vorreiter sein, werden als solche aber kein dauerhafter Bestandteil von Verlagsangeboten sein, da diese die Vorz\u00fcge des Bloggens in ihre Standardinhalte integrieren (s. Produktionszyklen).<\/li>\n<li>Journalistische Medien entdecken den Wert &#8222;authentischer&#8220; Beitr\u00e4ge allm\u00e4hlich wieder. Dazu geh\u00f6ren die journalistische K\u00f6nigsdisziplin der Reportage und der investigativen Recherche. Die &#8222;Meinung&#8220; erlebt ein Revival. Das <a href=\"http:\/\/blog.kooptech.de\/index.php?\/archives\/109-Matusseks-Clowneske-ueber-das-Sozialkapital.html\">gut pointierte Videoblog<\/a> ist hierbei die Kr\u00f6nung.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beobachtung Nr. 7:\u00a0 Journalistische Produktionszyklen erweitern sich<\/h3>\n<ul>\n<li>Die Redaktionskonferenz ist in traditionellen Medien der Ausgangspunkt f\u00fcr neue Geschichten, der Leserbrief die Endstation.\u00a0In die Redaktionskonferenz treten Autoren mit Vorschl\u00e4gen, die sie aus anderen Medien aufgegriffen haben, die auf Leserzuschriften basieren oder auf laufenden Diskussionen basieren.<\/li>\n<li>K\u00fcnftig k\u00f6nnten noch st\u00e4rker Leserhinweise der Ausgangspunkt f\u00fcr Recherchen sein. Der Anfang hierf\u00fcr ist etwa in der Art B\u00fcrgerjournalismus zu sehen, wie ihn die Saarbr\u00fccker Zeitung betreibt. Doch das kann noch weiter gehen: Die Kommentierung und Erg\u00e4nzung und Korrekturen von Ver\u00f6ffentlichungen durch die Leser wird zum integralen Bestandteil einer Geschichte bzw. wird zum Ansto\u00df f\u00fcr Folgegeschichten. Die gezielte\u00a0Einbindung der Leser und eine bewusste Vernetzung verschiedener Medien und Quellen \u00a0kann\u00a0zu einer neuen Ver\u00f6ffentlichungsdynamik f\u00fchren. Was ich genau damit meine? Bitte ausf\u00fchrlicher\u00a0<a href=\"http:\/\/www.pbs.org\/mediashift\/2007\/12\/reconstructing_reportingopenin.html\">bei Mark Glaser nachlesen<\/a>. Ans\u00e4tze daf\u00fcr finden sich im <a href=\"http:\/\/www.n24.de\/politik\/blog\/?blogaction=threads&amp;blog_id=8\">N24-Blog von Michaela May<\/a>, die mit Rechercheauftr\u00e4gen an ihre Leser experimentiert.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beobachtung Nr. 8: Die Werbung ist ein wackeliges R\u00fcckgrat der professionellen Inhalteproduktion<\/h3>\n<ul>\n<li>Die Werbung finanziert bei herk\u00f6mmlichen Medien, insbesondere Zeitungen und Zeitschriften, die Inhalte und der Verkaufspreis die Distribution.<\/li>\n<li>Weil im Internet die Nutzer selbst f\u00fcr die Distribution in Form von Zugangsentgelten aufkommen, bleibt den Medien auch hier nur eine Finanzierung der Inhalte \u00fcber die Werbung. Das kann in Ausnahmef\u00e4llen klappen: Erfolgreiche Anbieter wie Spiegel Online finanzieren sich inzwischen komplett \u00fcber die Werbung, andere wie Telepolis tun sich damit immer noch schwer.<\/li>\n<li>Alternative Finanzierungsmodelle wie etwa kostenpflichtige Archive und Abos haben sich nicht bew\u00e4hrt. Allein Inhalte mit einer erheblichen Werksch\u00f6pfung haben in der Direktvermarktung eine Chance (Finanzdossiers, Studien usw.). Alle anderen sollten als Klick-Zubringer f\u00fcr verschiedene Werbemodelle gesehen werden.<\/li>\n<li>Exkurs: Von den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten wird aufgrund ihrer Geb\u00fchrenfinanzierung eine h\u00f6here Qualit\u00e4t der Internet-Inhalte eingefordert. Sie verf\u00fcgen n\u00e4mlich \u00fcber mehr Ressourcen, um etwa investigative Berichterstattung finanzieren zu k\u00f6nnen. Sie sollten in den K\u00f6nigsdisziplinen des Journalismus ihr Profil suchen und sich so von privaten Diensten abgrenzen. Auf Werbung in jeglicher Form sollten sie nicht nur im Rahmen ihrer Online-Dienste\u00a0 komplett verzichten.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beobachtung Nr. 9: Der Klick verliert an Bedeutung, der Besucher wird wichtiger<\/h3>\n<ul>\n<li>Die Werbew\u00e4hrung, der Klick auf eine Seite, verliert zunehmend an Relevanz. Daf\u00fcr gewinnt die Anzahl der Besucher sowie die Dauer des Besuchs an Bedeutung.<\/li>\n<li>F\u00fcr die immer wichtiger werdenden RSS-Feeds gibt es bislang au\u00dfer Google-Ads via Feedburner keine Werbeform.<\/li>\n<li>Ein Experiment ist die in Beitragsform \u00fcber einen bestimmen Zeitraum geschaltete <a href=\"http:\/\/turi-2.blog.de\/2007\/08\/16\/in_eigener_sache_werben_auf_turi2%7E2835378\">Werbung bei Turi2<\/a>, die auch \u00fcber RSS verbreitet wird.<\/li>\n<li>Klickzahlenunabh\u00e4ngige Werbung gewinnt an Bedeutung. Beispiele hierf\u00fcr sind das Sponsoring bei <a href=\"http:\/\/www.readwriteweb.com\/archives\/admin_rww_expansion.php\">ReadWriteWeb<\/a> sowie die Direkt-<a href=\"http:\/\/turi-2.blog.de\/2007\/09\/18\/turi2_tv_robert_basic_uber_werbeakquisit%7E2997529\">Werbung bei Robert Basic<\/a>, deren Preis \u00fcber ein Bieterverfahren ermittelt wird.<\/li>\n<li>Nutzer werden direkt in die Akquisition von Werbeauftr\u00e4gen eingebunden, siehe ebenfalls das <a href=\"http:\/\/turi-2.blog.de\/2007\/09\/18\/turi2_tv_robert_basic_uber_werbeakquisit%7E2997529\">Werbemodell von Robert Basic<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beobachtung Nr. 10: Die Marke wird f\u00fcr verwandte Wertsch\u00f6pfungsketten genutzt<\/h3>\n<ul>\n<li>Journalistische Expertise kann verwandte Wertsch\u00f6pfungsketten sinnvoll erg\u00e4nzen. Ein Beispiel hierf\u00fcr ist der Journalist D<span class=\"serendipity_searchQuery\">avid<\/span> Hudson, der mit seinem weit gelesenen <a href=\"http:\/\/daily.greencine.com\/\"><span class=\"serendipity_searchQuery\">Film<\/span>-Blog<\/a> das Angebot eines <a href=\"http:\/\/www.greencine.com\/static\/about.jsp\"><span class=\"serendipity_searchQuery\">Film<\/span>-Verleih<\/a>s erweitert, an dem er selbst beteiligt ist.<\/li>\n<li>Die Verkn\u00fcpfung von Inhalteplattformen einer bereits etablierten Medienmarke mit Event-Management bzw. der Ausrichtung von Tagungen und Kongressen gewinnt an Bedeutung. Beispiel hierf\u00fcr sind<\/li>\n<\/ul>\n<blockquote>\n<ul>\n<li>das Handelsblatt, das seit Jahren eine ganze Reihe von Veranstaltungen und Tagungen organisiert, sowie<\/li>\n<li>Technology Review, das zunehmend auf Tagungen setzt.<\/li>\n<li>Techcrunch setzte im letzten Jahr mit seiner mehrt\u00e4gigen Unternehmenspr\u00e4sentations-Tagung samt Preisverleihung ein Highlight.<\/li>\n<li>In kleinem Umfang ist diese Strategie auch bei <a href=\"http:\/\/www.pr-blogger.de\/\">PR-Blogger Klaus Eck<\/a> zu beobachten.<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<\/div>\n<p class=\"serendipity_entry_extended\">Aus den 10 Beobachtungen ergibt sich folgende<\/p>\n<h2 class=\"serendipity_entry_extended\">Hauptthese: &#8222;The network is the medium&#8220;.<\/h2>\n<p class=\"serendipity_entry_extended\">Alles unterliegt den Regeln der sozialen Organisation. Je besser man diese versteht, desto besser versteht man auch die Regeln, die in Netzwerken gelten.<\/p>\n<h3 class=\"serendipity_entry_extended\">1. These: Der Nutzer wird zum Produzenten<\/h3>\n<div class=\"serendipity_entry_extended\">\n<ul>\n<li>\u00dcblicherweise wird diese These kurz mit <em>&#8222;Leser wird Autor&#8220;<\/em>, <em>&#8222;Leser wird Enzyklop\u00e4dist&#8220;<\/em>, <em>&#8222;Leser wird Reporter&#8220;<\/em>, <em>&#8222;Zuschauer wird Regisseur&#8220;<\/em> oder <em>&#8222;Publikum wird Produzent&#8220;<\/em> benannt und muss nicht mehr n\u00e4her erl\u00e4utert werden.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<h3>2. These: Medienkompetenz ist notwendig und wird belohnt<\/h3>\n<ul>\n<li>Es entstehen &#8222;Kompetenz&#8220;-Hubs, etwa aus Nutzern, die riesige Linksammlungen zu bestimmten Themenbereichen anlegen und verwalten, oder aus Nutzern, die pointierte Meinungen zu ihren Interessensgebieten \u00e4u\u00dfern. Sie scharen wiederum \u00e4hnlich Gesinnte um sich.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>3. These: Netzwerke kanalisieren Informationsfl\u00fcsse<\/h3>\n<ul>\n<li>Jeder Nutzer hat eine Vielzahl von Interessen. Tools helfen ihm, aus einer Vielzahl von Inhalte-Angeboten und Diskussionsplattformen\u00a0 sein eigenes Portal zu bauen.<\/li>\n<li>Newsagenturen als Lieferanten von Original-Inhalten erleben vor diesem Hintergrund ein Revival.<\/li>\n<li>Etablierte Medienmarken, die sich weiterhin vor allem auf die Verarbeitung von Agenturmeldungen konzentrieren, werden einen deutlichen Bedeutungsverlust erleben.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>4. These: Der Link ist die W\u00e4hrung der Netzwerke<\/h3>\n<ul>\n<li> Aufmerksamkeit wird \u00fcber Links generiert.<\/li>\n<li>Je vernetzter eine Umgebung ist, in der ein Link steht, desto wertvoller ist er.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>5. These: Der Wert von Inhalten h\u00e4ngt vom Wert ihrer Umgebung ab<\/h3>\n<ul>\n<li>Inhalte werden als umso wertvoller gewertet, je st\u00e4rker ihr Bezug auf Personen mit hohem Sozialkapital bzw. Themen mit hohem Aufmerksamkeitskapital ist.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>6. These: Publizistische Werte erleben ein Revival<\/h3>\n<ul>\n<li>Unabh\u00e4ngigkeit, Authentizit\u00e4t, Unbestechlichkeit, Selbstkritik, Bescheidenheit, Transparenz und Teilhabe f\u00f6rdern die Glaubw\u00fcrdigkeit des Angebots und steigern das Sozialkapital der Autoren.<\/li>\n<li>Abh\u00e4ngigkeit, Korruption, Geheimnistuerei, Selbstzufriedenheit, Arroganz und Elitismus unterminieren jeden publizistischen Wert.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>7. These: Produktionszyklen werden Produktionsfl\u00fcsse<\/h3>\n<ul>\n<li>Es gibt keinen Anfang und keine Ende. Panta rei.\u00a0 (Wie offensichtlich die Arbeit an diesem Text.)<\/li>\n<li>Kollaborative und kooperative Technologien werden zu Schl\u00fcsselinstrumenten, um Produktionsabl\u00e4ufe innerhalb von internen und externen Netzwerken effizient\u00a0bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>8. These: Die Werbung wird das Netzwerk entdecken<\/h3>\n<ul>\n<li>Die Zielgruppen werden immer kleiner und differenzierter.<\/li>\n<li>Die gezielte Einbindung von Community-Interessen in Werbeinhalte gewinnt an Bedeutung.<\/li>\n<li>Redaktionen werden enger mit Anzeigen- bzw. Marketingabteilungen zusammenarbeiten m\u00fcssen und daf\u00fcr neue Umgangsformen hinsichtlich Transparenz und Glaubw\u00fcrdigkeit definieren m\u00fcssen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>9. These: Die Werbung endet im Long Tail<\/h3>\n<ul>\n<li>Mikroanbieter werden an Werbeeinnahmen beteiligt bzw. generieren selbst welche.<\/li>\n<li>Mikrom\u00e4rkte im Long Tail werden dann\u00a0zu profitablen Gesch\u00e4ftsfeldern, wenn sie dem Vernetzungsparadigma folgen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>10. These: Wertsch\u00f6pfungsketten kombinieren und vernetzen<\/h3>\n<ul>\n<li>Das Packaging von Mediaprodukten wandelt sich dramatisch. (Z_Punkt 2007)<\/li>\n<li>Content-Produzenten werden sich mit zun\u00e4chst ihnen fremd erscheinenden Branchen anfreunden und gemeinsam neuartige Inhalte-Dienstleistungen entwickeln. Das nennt sich dann Innovation.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em> *\u00a0Belege f\u00fcr zentrale Beobachtungen sowie konkrete Handlungsempfehlungen sind Bestandteil eines Szenarios &#8222;Redaktion&#8220; im Rahmen der Studie<a href=\"http:\/\/www.kooptech.de\/\"> &#8222;Kooperative Technologien in Arbeit, Ausbildung und Zivilgesellschaft&#8220;<\/a> , die ich Ende Mai 2007 abschlie\u00dfen werde. Der Auftraggeber wird \u00fcber den Ver\u00f6ffentlichungszeitpunkt entscheiden.<\/em><\/p>\n<div class=\"serendipity_entry_extended\"><em>to be continued and refined &#8230;<\/em>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<\/div>\n<div class=\"serendipity_entry_extended\">\n<h3>English Version<\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"serendipity_entry_extended\">You can find an <a href=\"#more-314\"><\/a><a href=\"http:\/\/www.scarlatti.de\/?p=314\">English Version at Lorenz Lorenz-Meyer&#8217;s Scarlatti plus some prose by Lorenz himself<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein Autor einer Tageszeitung die sich rasant entwickelnde Medienlandschaft beklagt. Dabei w\u00e4re es wichtig, die sich ver\u00e4ndernden infrastrukturellen Bedingungen der Medienlandschaft m\u00f6glichst genau zu benennen. Denn nur das kann die Voraussetzung daf\u00fcr sein, zukunftsf\u00e4hige Medienprodukte zu entwickeln. 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