| Zukunft Überwachung |
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| Geschrieben von Christiane Schulzki-Haddouti | |
| Mittwoch, 3. Oktober 2007 | |
Staatliche und private Überwachung nimmt weltweit zu. Sie soll ein Mehr an Sicherheit gewährleisten, bedroht aber gleichzeitig bürgerliche Freiheiten. Neue digitale Technologien ermöglichen immer umfassendere Überwachungsmaßnahmen in zahlreichen Lebensbereichen und erzeugen einen stabil wachsenden Markt.
Staat fördert Trend zur zunehmenden ÜberwachungDie Entwicklung und der Einsatz von Sicherheits- bzw. Überwachungstechnologien werden weltweit staatlich gefördert. Auf Drängen der USA wurde die Entwicklung von standardisierten Vorgaben für elektronische Ausweispapiere mit biometrischen Merkmalen beschleunigt. Entsprechend werden weltweit die Grenzkontrollsysteme weiter entwickelt. Neue Ausweise werden zunehmend auch Online-Identifizierungen ermöglichen. In den Industriestaaten werten Strafverfolger zunehmend die mit unterschiedlichen Techniken und Diensten generierten Nutzungsdaten aus. Beispiele sind die Auswertung privatwirtschaftlich betriebener Videoaufzeichnungen, die EU-weite Regelung zur Speicherung von Telekommunikationsverbindungsdaten sowie die Diskussion um die Auswertung von elektronischen Mautdaten und heimliche Online-Durchsuchung von PCs in Deutschland. Zunehmend intelligente Überwachung von Menschen und ObjektenZunehmend werden Videoüberwachungssysteme an Sicherheitsbrennpunkten wie Flughäfen und Bahnhöfen eingesetzt, die aktiv das Geschehen beobachten und in Gefahrensituationen Alarm schlagen können. Intelligente Programme erkennen automatisch verdächtige Personen und Verhaltensweisen. Die automatische Gesichtserkennung weist gleichwohl noch relativ hohe Fehlerquoten auf. Mittelfristig wird die Identifizierung von Personen anhand ihrer genetischen Merkmale eine immer größere Rolle in der Strafverfolgung spielen. Persönliche Daten und Informationen werden von einer wachsenden Armada kleiner, nützlicher Geräte generiert - angefangen von Navigationssystemen in Autos, über automatisch generierte Ortsdaten in mobilen Geräten wie Handys, digitalen Kameras, Notebooks, PDAs bis hin zu Gebrauchsgegenständen wie Shampoos oder hochwertigen Lebensmitteln, die zu Logistik- und Sicherheitszwecken mit RFID-Chips versehen sind. Zunehmend präzise Ortung von Personen und ObjektenKommunikationsgeräte werden zu Ortungsinstrumenten: Personalisierte Standortdienste ermitteln auf Basis des digitalen Telefonbuchs, welche Kontaktpersonen in der Nähe sind. Die Ortsangaben können mit zusätzlichen Angaben wie persönlichen Interessen erweitert werden. Werbung kann dann je nach Wunsch des lokalisierten Kunden, orts- und zielgruppengenau geschaltet werden. Mit den Daten lassen sich mit Hilfe von digitalen Geoinformationssystemen Bewegungskarten aufzeichnen. Das Personalisierungsprinzip gilt für alle mobilen Gegenstände, die mit entsprechender "Intelligenz" ausgestattet sind, so etwa auch Autos. Seit 2005 bieten Versicherungsgesellschaften unter anderem in Großbritannien, Dänemark, Italien und Deutschland Policen für Autofahrer an, die auf dem individuellen Fahrverhalten basieren. Schnellere Trenderfassung, zielgerichtetere PräventionsmaßnahmenDie Analyse von Gruppenverhalten erlaubt staatlichen Behörden und Unternehmen Trends schneller zu erkennen. Die Analyse von Internetlinks, Verkehrs- und Kommunikationsdaten enthüllen soziale und ökonomische Muster, die etwa Trends in der Arbeitslosigkeit oder bei Besitzverhältnissen erkennen lassen. Strafverfolger können Verbindungsdaten in Form von Beziehungsnetzen auswerten und so Hinweise darauf erhalten, ob Gruppen sich verdächtig verhalten, weil sie mit bestimmten anderen Personen direkt oder über andere in Verbindung stehen und ein spezifisches Verhaltensmuster aufweisen. Gleichzeitig können Gruppen sich aber auch schneller und flexibler mit Hilfe der neuen Kommunikationsmedien organisieren. Perspektiven für UnternehmenDer breit wachsende Überwachungsmarkt bietet zahlreiche Chancen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien. Insbesondere Such- und Speicher- und Auswertungstechnologien gewinnen an Relevanz. Unternehmen können ökonomisch relevante Trends leichter und schneller aufspüren. Die sukzessive Einführung neuer elektronischer Ausweise, die eine verlässliche Online-Identifizierung ermöglichen, eröffnet neue Geschäftsmodelle. Die Integration sozialer Mechanismen in digitale Technologien sowie eine zunehmend kleinteilige Vernetzung ermöglichen zahlreiche neue und zunehmend lokal relevante Dienste. Unzureichende Datenschutz-Features können allerdings mittelfristig zu Akzeptanzproblemen bei neuen Informations- und Kommunikationsdiensten führen. Außerdem stehen Unternehmen vor der wachsenden Herausforderung, sich vor Überwachung bis hin zur Spionage wirksam zu schützen. Europa
AusblickLiteratur
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