Datenjagd im Internet

Christiane Schulzki-Haddouti:
Datenjagd im Internet
Eine Anleitung zur Selbstverteidigung
Rotbuch Verlag 2003

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ISBN: 3-434-53089-4
270 Seiten, Broschur

Inhalt

Das Internet ist heute so sicher wie ein Auto vor 60 Jahren.“
Hannes Federrath, Entwickler

Wer im Internet surft, hinterlässt Datenspuren. Cookies, Webkäfer, GUIDs und Referrer registrieren Klicks, merken sich die Nummer des Computers. Aus einer Datenspur entsteht schon bald ein Nutzerprofil und je detaillierter das Profil einer Person, desto wertvoller ist es. Eins-zu-eins-Marketing – die direkte Kundenansprache – gilt als das Marketingmodell der Zukunft. Schon heute sind die bekanntesten Suchmaschinen in einem Werbenetz eingebunden, ohne jedoch die Nutzer darüber zu informieren. Trotz Datenschutzrichtlinie sind europäische Bürger vor rücksichtslosen Sammelmethoden nicht geschützt. Dabei gibt es längst datenschutzfreundlichere Marketingmethoden.

„Es ist ein einsamer, nicht endender Kampf.“
John Young, Anarcho-Publizist

Wie anonym können Bürger überhaupt im Netz agieren? Schulzki-Haddouti befragt Sicherheitsexperten, Computerfreaks und Journalisten, wie sie selbst ihre Daten schützen. (ehrlichstes Eingeständnis: „Ich verwende das ganze Zeug nicht, weil ich nicht damit umgehen kann:“) Sie zeigt, welche Abwehrmaßnahmen gegen Datenraub am eigenen PC sinnvoll und praktikabel sind. Sie stellt eine Vielzahl verschiedenster Tools wie das Anti-Spamtool Webwasher, das Open-Source-Verschlüsselungsprogramm GnuPG, aber auch Anonymisierungs- Tools wie Safeweb und Onion Routing sowie Werkzeuge für das selbstbestimmte Datenmanagement vor.

Glossar, Adress- und Linkverzeichnis und Register unterstreichen den Handbuchcharakter und ermöglichen den direkten Zugriff bei Datenschutzproblemen jeder Art.

Rezensionen & Erwähnungen

  • Mit klarem Kopf durch die Cyberwelt,
    von Helmut Bäumler
    in: Telepolis vom 14.11.2001
    Was wird aus dem Internet? Bleibt es auch in Zukunft der große Raum der Freiheit, in dem jeder ungestraft seine Meinung sagen darf, in dem Grenzen mühelos überwunden werden und Kommunikation über Kontinente hinweg geführt wird? In dem Informationen ohne Zensur und Kontrolle verbreitet und rezipiert werden können? In dem gar unsere verkrustete Parteiendemokratie von der Basis her upgedatet wird?
    Oder wird das Internet mehr und mehr zu einem gigantischen Warenhaus, in dem es außer Werbung kaum mehr etwas umsonst gibt? Dessen Besucher Schritt für Schritt überwacht, genauer gesagt, Klick für Klick nach Art einer Gedankenpolizei beobachtet und registriert werden? In dem alles und jedes zur Ware wird, mit Vorliebe auch die personenbezogenen Daten der Nutzer?
    Vielleicht trifft keine der beiden Vorstellungen wirklich zu, aber es geht um einen Richtungskampf dieser Tragweite. Davon berichtet das spannende Buch von Christiane Schulzki-Haddouti. Sie tut dabei das, was man von ihr, die binnen weniger Jahre zu einer der profiliertesten Fachjournalistinnen rund um das Internet avanciert ist, gewohnt ist: Sie beobachtet aufmerksam, analysiert gründlich und beschreibt präzise. Ihre Texte verraten in jeder Zeile, dass sie den Gegenstand begriffen hat, den sie beschreibt, ohne dass sie die Notwendigkeit der ständigen und geduldigen Vermittlung aus dem Auge verlöre: Sie schreibt für ein anspruchsvolles Fachpublikum und für den „Ich-bin-drin-Leser“ gleichermaßen. Übertreibungen und sensationelle Aufmachungen wird man in ihrem Buch vergeblich suchen, die Realität ist aufregend genug.
  • Die kleinen Kinder des großen Bruders
    von Niklaus Hablützel, taz, 20.12.2001
    Der Vorzug dieses Buches besteht nun aber darin, dass es aus solchen [Datenmissbrauchszenarien] keinen Sensationsgewinn schlägt. Es steht in der Tradition der Netzpioniere, die meinen, das Internet gehöre immer noch seinen Nutzern. Schon die Frage, wer denn ein Interesse an der Überfülle an Datenspuren habe, die wir auf Millionen Rechnern hinterlassen, führt zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Staat und Industrie verfolgen mitunter einander ausschließende Interessen. Vermutlich zu Recht möchte sich die Autorin darauf aber nicht verlassen. Ausführlich erläutert sie die Methoden, mit denen wir uns schützen können. Nicht der Ruf nach dem Staat wird das Netz sicherer machen, sondern – Computerprogramme. „Die Bürger verfügen über Rechte, die sie auch per Technik verteidigen und durchsetzen können.“
  • Datenjagd im Internet
    von Cornelia Vismann, Süddeutsche Zeitung, 24.12.2001
    Beim Lesen vergisst man, dass man gerade dabei ist, komplexe juristische und computertechnische Sachverhalte aufzunehmen, von denen man bisher vielleicht glaubte, sie bloß zur Hälfte verstehen zu können. Hier begreift man jedenfalls, auf welcher Ebene sich die Angriffe im Netz abspielen und wie die gerichtliche Argumentation dazu verläuft.
  • Datenjagd im Internet
    von Jesko Hirschfeld, Deutschlandradio, 11.2.2002
    Christiane Schulzki-Haddouti erklärt das englisch-deutsche Kauderwelsch der Netzwelt – geduldig genug für Einsteiger und knapp genug, damit auch Fortgeschrittene sich nicht langweilen. Sie vollbringt dabei das Kunststück, aus Computertechnik, Software-Finessen und Datenschutzrecht eine richtig spannende Sache zu machen.
    Es gibt eine Menge Möglichkeiten, sich selbst und seine Daten im Netz zu schützen: Verschlüsselungsprogramme sichern das Postgeheimnis beim E-mail-Austausch, anonymisierende Server schützen beim Surfen vor Rückverfolgung, Firewalls halten Eindringlinge fern. Das Buch stellt sie alle vor, erklärt ihre Funktionsweise und erörtert ihre Praxistauglichkeit für Anwender mit unterschiedlichen Ansprüchen und Fähigkeiten. Doch auch wenn einzelne Nutzer ihren privaten Datenschutz aufrüsten: Grundrechte müssen durch Gesetze gewährleistet werden. Denn die Anschaffung einer Handfeuerwaffe ist ein schlechter Ersatz für das Vertrauen in einen funktionstüchtigen Rechtsstaat.
  • Computerworld 21.12.2001: „gute Analyse“
  • c’t 26/2001: „verständlich und fesselnd“
  • Deutschlandradio
  • DuD, 26/2002: „Die anonyme Reise durchs Netz nicht als Akt der Anarchie, sondern als Back-up für ein geltendes Gesetz“
  • Einblick – das Kölner Stadt- und Unimagazin, 12/2001: „konkrete Hinweise“
    FAZ.net, 17.1.2002: „Öffnet auch Techniklaien die Augen, wie es um ihren ganz persönlichen Datenschutz bestellt ist.“
  • FIFF-Kommunikation 4/2001: „gut recherchiert“
  • Frankfurter Rundschau, 12.11.2001
  • Futurezone, ORF, 16.9.2001
  • grünSTICH, Interview von Grietje Bettin mit der Autorin, 9-10/2001
  • Inforadio, SFB und ORB: „anschaulich“
  • M: „Dieses Buch schärft die Sinne. Es erinnert daran, daß nur wer sich wehrt sich auch beschweren darf, wenn ein staatlicher oder industrieller Überwachungsstaat entsteht.“
  • http://matrix.orf.at/bkissue/011104_1.htm, 4.11.2001
  • MEDIENwissenschaft, 02/2002, „wohltuend sachlich“, „die Stärke des Buches liegt in der Analyse von Tools, die Datensicherheit ermöglichen sollen“
  • PC Go! 02/2001: „spannend zu lesendes „Spionage“-Buch“
  • SFB – Radiokultur, 14.10.2001, Gespräch
  • Sat1
  • Standard, Interview von Jürgen Teipel, 10.12.2001
  • Süddeutsche Zeitung, Cornelia Vismann
  • Südwest-Presse, 9.1.2002: „Gegen Spione scheint es nur eines zu geben: zurückschlagen.“
  • Tagesspiegel, 30.9.2001
  • taz
  • Telepolis
  • Tomorrow Buch-Tipp
  • Ultimo – Münsters Stadtillustrierte 25/2001
  • WDR 5, Funkhaus Wallrafplatz Gespräch mit Bettina Sokol, 24.11.2001
  • Verband deutscher Schriftsteller „Dieses Buch schärft die Sinne. Es erinnert daran, daß nur wer sich wehrt sich auch beschweren darf, wenn ein staatlicher oder industrieller Überwachungsstaat entsteht. Je mehr Menschen ihre verfassungsgemäßen Pflichten als mündige Bürger wahrnehmen und gegen Datensammler und Kontrolle aufbegehren, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, daß er Realität wird.“
  • Wissenswandel.de: „Appell an den mündigen Bürger und ein Aufruf zu aktiven Wahrung eigener Rechte“
  • Zeitschrift für Kommunikationsökologie, 2/2002″… deshalb braucht es in den Zeiten des informationstechnologischen Dschungels, um es mit dem Schrifsteller Dürrenmatt zu formulieren, einen „Beobachter des Beobachters der Beobachter“. Christiane Schulzki-Haddouti ist in genau diesem Sinne eine ausgezeichnete Beobachterin, eine ausgewiesene Fährtenleserin des Info-Dschungels „Internet“.“

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